Zeckenimpfung: der beste Schutz gegen Zeckenkrankheiten?

Impfung der beste Schutz gegen Zeckenkrankheiten?Zeckenimpfung

Es gibt viele unterschiedliche Krankheiten, die durch Zeckenstiche ausgelöst werden können. Eine der gefährlichsten viralen Infektionen ist die Gehirnhautenzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis = FSME), welche durch Zecken übertragen wird. Es wurde inzwischen ein Impfstoff entwickelt, der Erwachsenen Schutz bieten kann. Leider besteht dennoch, auch bei behandelten Menschen, kein Impfschutz gegen Borreliose. Borrelliose ist neben FSME eine weitere gefährliche und vorallem durch Zecken übertragene Erkrankung. Mensch und Haustiere können sich, einmal gestochen, mit Bakterien infizieren. Die Bakterien lösen Lyme-Borreliose bzw bei Hunden Babeliose aus. Auch geimpfte, das heisst FSME-immune, Erwachsene laufen daher weiterhin Gefahr bei einem Zeckenstich ernsthaft zu erkranken.

 

Gegen FSME kann ich mich impfen, doch was kann man gegen Borreliose tun? 

 Es gibt unterschiedliche Methoden, wie man sich vor Zecken schützen kann. Das Tragen von geschlossener Kleidung, der Gebrauch von Anti-Zeckensprays, das Meiden von Gebieten, in denen Zecken sich aufhalten. Speziell für den Garten können Sie Wirtstier-bezogene Produkte wie Ixogon Zeckenrollen nutzen. Diese funktionieren mit dem Wissen über das Ökosystem ihres Gartens. Die Anwendung von den sogenannten ,,Zeckenrollen” führen zu einer starken Reduktion der Zeckenpopulation in ihrem eigenen Garten. Das Risiko von Zeckenstichen wird  dadurch größtmöglich vermindert. Infektionen mit Borreliose werden so präventiv verhindert. Ixogon Zeckenrollen sind erhältlich unter: www.zeckenrollen.de.

 

Gibt es Medikamente gegen Zecken und Zeckeninfektionskrankheiten? 

Ja und Nein: Da Zecken unterschiedliche virale wie bakterielle Krankheiten übertragen, ist auch der Schutz und die Behandlung der auftretenden Infektionen sehr unterschiedlich. Generell gilt daher: die Prävention vor Zeckenstichen sollte immer das Hauptziel sein. Ist ein Zeckenstich allerdings bereits geschehen, ist dieser zunächst fachkundig innerhalb der ersten Minuten oder Stunden zu entfernen, denn das Risiko von Infektionen nimmt mit der Stichdauer und ggfl. unprofessioneller Entfernung der Zecke weiter zu. 

Es ist sinnvoll entfernte Zecken aufzubewahren. Es gibt inzwischen einen Test und im Labor durchzuführende Testverfahren, mit denen eventuelle Infektionskrankheiten direkt an den stechenden Zecken nachgewiesen werden können. Das menschlichen Blut kann dahingegen erst verzögert auf Bakterien und Viren untersucht werden, da die Infektionen unterschiedlichste Inkubationszeiten haben.

 

Gibt es 100% Schutz vor Zeckenstichen?

Nein. Für das Haustier Hund hat ein Hersteller eine Parasiten-Pille entwickelt. Die Substanz N-tert-Butyl-Nodulisporamid lagert sich im Fettgewebe der Vierbeiner ab und wird von dort über Wochen bis Monate wieder abgegeben. Der Wirkstoff lähmt das Nervensystem von Milben und Insekten. Zeckenstiche sollen, so laut dem Hersteller, auf diese Weise vermieden werden können. Die Anwendung stösst jedoch auf grosse Kritik, eine solche Behandlung ist für Menschen aus gesundheitsgefährdenden Gründen nicht zugelassen. 

 

Wann sollte man sich impfen lassen?

Die Zeckenimpfung ist, wie bereits beschrieben, nur gegen eine der vielen Infektionskrankheiten der Zecken wirksam. Wann ist es sinnvoll sich gegen FSME impfen zu lassen? Wichtig für die eigene Vorsorge ist es die persönlichen Lebensumstände zu beachten. Ein Ja oder Nein zur Impfung sollte sorgsam überlegt werden. Ein früherer Impfstoff musste zunächst wieder vom Markt genommen werden, da dieser allergische Reaktionen ausgelöst hatte. Haus- und Fachärzte beraten ausführlich und fachkundig zum Thema Zecken und Zeckenschutz. 

Bei der Risikoabwägung beim Menschen ist auch das Alter entscheidend. Für Babys und für Kleinkinder besteht eventuell weniger Kontakt mit der Natur, dem natürlichen Lebensraum der Zecken, auch werden Krankheitsverläufe der FSME als weniger dramatisch beschrieben. Für Kinder und Erwachsene sowie für Hunde, die sich viel im Freien aufhalten, ist das Risiko an FSME zu erkranken zudem  stark von der Region abhängig. Deutsche FSME-Riskogebiete werden regelmässig im epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Institutes veröffentlicht. In Deutschland ist vor allem der Süden mit Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Sachsen betroffen, jedoch auch Nordrhein-Westfalen und nördliche Heidegebiete sind streckenweise ungewöhnlich häufige Zeckengebiete. Generell steigt das bundesweiten Risiko der Infektionen aufgrund der Klimaveränderungen in Mitteleuropa weiter an. Österreich und die Schweiz, das östliche Europa mit Polen und Tschechien, das südliche Skandinavien sind stark betroffen. Auch ausserhalb der EU, in Russland ist das Infektionsrisiko extrem hoch. 

 

Wie funktioniert eine FSME-Impfung?

In Deutschland ist der FSME-Impfstoff Ecepur zugelassen. Wie oft wird der Impfstoff für eine Grundimmunisierung in Intervallen, das heisst innerhalb von einem längerem Zeitraum, aufgebaut. Die erste Impfung sollte bereits in der kalten Jahreszeit vorgenommen werden, um im folgenden Sommer geschützt zu sein. Das zweite Intervall folgt etwa einen Monat darauf. Die dritte Impfung ist rund ein Jahr danach vom Facharzt oder Apotheker zu erneuern. Erst aufgrund der zeitlichen Abstände der Impfungen wird eine ausreichende Immunisierung gegen FSME erreicht. 

Über Nebenwirkungen und gefährliche Risiken der Impfung mit Ecepur informiert sie Ihre behandelnder Arzt sowie Apotheker. Beschwerden wie Müdigkeit, Bluthochdruck, Schwindel, Übelkeit, Fieber, Hautausschlag, Erbrechen und Gelenkschmerzen, aber auch Erkältungen, Grippe wurden vermehrt von Patienten nach Impfbehandlungen berichtet. Diese Probleme treten allerdings nicht bei allen Behandelten auf. 

 

Ich bin schwanger, darf ich mich gegen FSME impfen lassen?

Hier sollte der Facharzt zur Beratung gefragt werden. Obwohl eine Zeckenimpfung laut Hersteller in der Schwangerschaft und trotz nachfolgendem Stillen stattfinden kann, wird generell von einer Behandlung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten abgeraten. Manche Fachärzte raten sogar generell von einer Behandlung während der Schwangerschaft ab. 

 

Sport und FSME-Zeckenimpfung?

Extreme sportliche Betätigungen sollten während und kurz nach der Impfbehandlung so weit wie möglich vermieden werden. Der menschliche Organismus ist durch die Immunisierung geschwächt. Bei zusätzlicher sportlicher Extrembelastung kann es deshalb zu teilweise starken Beschwerden, wie Kreislaufzusammenbrüchen, starken Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. 

Auch weitere kreislaufbelastende Tätigkeiten sollten kurzzeitig nicht stattfinden. Hierzu gehören zum Beispiel Saunagänge oder Alkoholkonsum.

Liegen Allergien vor oder wird Antibiotika eingenommen, sollte die persönliche Risikoabwägung mit dem Hausarzt ausführlich abgeklärt werden. Auch bei Auto-immun-Krankheiten wie zum Beispiel Multiple Sklerose (MS) sollte der Zeckenschutz ausführlich abgewogen werden. 

 
 

Ist die Zeckenimpfung gegen FSME mit Kosten verbunden?

Die Impfung für Kinder in Deutschland ist kostenlos. Die meisten staatlichen Krankenkassen übernehmen gerade in Risikogebieten die Kosten, auch die Behandlung beim Kinderarzt ist kostenlos. Die Kostenübernahme bei Erwachsenen sollte mit den Kassenleistungen der einzelnen Kassen abgeklärt werden. Speziell in Österreich gilt es die Vergütung durch die entsprechenden ausliegenden Formulare (bei Ärzten und Apotheken) bei der Kasse im Einzelfall anzufragen. 

Gerade in Österreich gibt es immer wieder Rabattaktionen auf den Preis der Zeckenimpfung, da der Zeckenschutz von staatlichem Interesse ist. Die Infektionsgefahr durch Zecken ist in Österreich flächendeckend, in Graz, Wien, Magistrat Linz, dem Burgenland, der Steiermark, Niederösterreich, Kärnten, Klagenfurt, Ried im Innkreis, St. Pölten, Tirol und Südtirol gegeben.

 

Aufklärung und Prävention zum Thema Zeckenschutz 

Es gibt inzwischen viele Aktionen von Krankenkassen und den Bundesgesundheitsbehörden zum Thema Zeckenschutz. Aufklärung und Prävention vor Zeckenstichen sind das notwendige Ziel, will man der Gefahr von Zeckeninfektionskrankheiten begegnet. Das Risiko wird in den folgenden Jahrzehnten aufgrund der Klimaveränderungen in Mitteleuropa weiter steigen. Die Entwicklung von weiteren Lösungen gegen Zeckenstiche und Behandlungsmethoden von Viren und Bakterien, die übertragen werden können, ist notwendig. 

Weiterführende Beratung finden Sie bei Ihrem Facharzt, Apotheker oder der Gesundheitsbehörde. Im unterschiedlichsten Internet-Forum finden Sie zudem viele Diskussionen und Erfahrung sowie Berichte betroffener Erkrankter. Auch Wikipedia und andere online-Lexika bieten weitere allgemeine Informationen zum Thema Zeckenschutz und Zecken.